Improvisation, Liebe & ein gutes Schnitzel

Shownotes

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00:00:00: Wir wissen nicht, wohin wir fahren.

00:00:02: Wir wissen nur, wo wir sind und wo wir wahren.

00:00:05: Das allererste Mal, wie du mich gesehen hast, was hast du dir gedacht?

00:00:09: Und sei bitte ehrlich.

00:00:10: Ich bin

00:00:10: für die Liebe gekommen und für den Schnitzel geblieben.

00:00:22: Dreizehn Minuten, kein Filter, kein Bullshit und ich freue mich so extrem auf meinen heutigen Podcast-Gast.

00:00:30: Ach, dieses Wort macht mich immer noch fertig.

00:00:32: Wir kennen uns tatsächlich schon knapp siebenundzwanzig Jahre.

00:00:37: Und eher dieser Mann, der war mein Improvisationslehrer, als ich neuneinzig nach Wien gekommen bin, um die Musical-Ausbildung erfolgreich abzubrechen.

00:00:48: Herzlich willkommen, Jim Libby.

00:00:50: Servus.

00:00:50: Servus.

00:00:51: Was für eine Einleitung, her?

00:00:53: Unfassbar.

00:00:53: Unfassbar großartig.

00:00:55: Gleich als erstes habe ich eine Frage, die brennt mir einfach auf der Zunge, weil ich dich das nie gefragt habe.

00:01:01: Das allererste Mal, wie du mich gesehen hast in dieser Schule, war das vermutlich.

00:01:06: Was hast du dir gedacht?

00:01:08: Und sei bitte ehrlich, kein Bullshit, kein Filter.

00:01:10: Es

00:01:11: ist siebenundzwanzig Jahre her, also schwierig zu sagen, was tatsächlich war.

00:01:16: Aber ... Was eine meiner früheste Erinnerungen von dir kann ich erinnern, bei, ich glaube, bei deiner Audition oder gleich nach deiner Audition, da war ein Moment, wo du so selbstbewusst warst.

00:01:32: Du hast eine ganz große, nehm ich an, gesunde Ego gehabt.

00:01:38: Vielleicht nicht, aber...

00:01:40: Ego, ja, gesund, bis noch nicht.

00:01:41: Ja, genau, das ist debatable.

00:01:43: Aber... Du hast wahnsinnig selbst sicher.

00:01:49: Und ich erinnere mich, ein Gespräch, vielleicht war es gleich danach, wenn die verschiedene Lehrer bei der Aufnahmeprüfung, die sagen, okay, blah, blah, blah, blah.

00:02:00: Und ich erinnere mich, denken, this woman, sie braucht diese Schule eigentlich nicht.

00:02:07: Insofern, dass Ich glaube, die gibt es manchmal, die gibt es manchmal, natürlich ist eine Schule super, aber die gibt es manche Leute, die es schaffen werden, entweder

00:02:20: oder.

00:02:21: Was auch immer.

00:02:22: Und hoffentlich mit diesem Menschen sind, ist die Ausbildung nicht im Weg.

00:02:28: Okay, ja gerne.

00:02:30: Kann die Ausbildung diese Person unterstützen und nicht abstützen.

00:02:35: Ja.

00:02:36: Ja, ich weiß, was du machst.

00:02:38: Ja, so wie eine Pflanze.

00:02:40: Are we gonna cut away too much?

00:02:42: Oder wird das eine Dünge sein?

00:02:46: Ja, das ist eine ganz frühe Erinnerung.

00:02:49: Wow.

00:02:50: Ich meine das jetzt nicht böse, aber an dich kann ich mich bei der Audition überhaupt nicht ändern.

00:02:52: Aber dafür war... Ich habe

00:02:54: es ja anders ausgesehen.

00:02:55: Wirklich?

00:02:56: Ja, ich habe lange Habe.

00:02:59: Aber da kann ich mich bei der Stunde an.

00:03:03: Improvisation ist heute auch unser Hauptthema.

00:03:06: Denn du bist der Improvisation treu geblieben.

00:03:09: Das ist gut so.

00:03:13: Die Impostunden bei dir waren ... Jetzt kann ich dir sagen, meine Lieblingsstunden, weil das hat wirklich so unfassbar viel Spaß gemacht, weil alles darf, nichts muss.

00:03:24: Und das fand ich wirklich toll.

00:03:26: Starten wir doch mal bei den Basics und das heißt, was ist Improvisation?

00:03:30: Improvisation ist eine Losesammlung von Ideen und von Techniken, das wir nutzen, um etwas zu schaffen.

00:03:41: meistens in einer Ensemble-Artenweise, so in eine gemeinsame Unternehmung, bzw.

00:03:48: wir schaffen etwas mit den Mitteln, die da sind.

00:03:53: Wenn wir reden von improvisiertes Performance, das ist eine Performance, die entsteht in dem Moment, dass es aufgeführt ist.

00:04:00: Das war es.

00:04:01: Wenn wir in eine gemeinsame Unternehmung entweder bei einem kreatives Prozess, in einem Proberaum oder in einem Meeting, die Ideen und Techniken von Improvisationen kann man sehr helfen, weil es geht um Kollaboration und bauen auf was da ist.

00:04:20: Und meistens was da ist, zuerst ist unsere Idee.

00:04:23: Ja, das ist so.

00:04:25: Mir hat Improvisation immer geholfen.

00:04:28: Egal jetzt ob im Privatleben oder im beruflichen Leben, weil ich finde ja, Improvisation passiert in jedem Leben.

00:04:34: Absolut.

00:04:35: Wir alle improvisieren.

00:04:36: Also

00:04:36: es muss ja nicht beruflich sein.

00:04:37: Dieses Gespräch ist improvisiert.

00:04:39: In der Tat.

00:04:40: Absolut.

00:04:41: Und so ist es mir immer wieder ein Wunder, warum Improvisation nicht auf jede Schule unterrichtet ist.

00:04:48: Stimmt.

00:04:49: Warum würdest du das fördern?

00:04:51: Weil es fördert die... Kollaboration.

00:04:54: Es fördert die Vertrauen an deine eigene Ideen, an deine Mitmenschen, an den Moment, in dem wir uns befinden.

00:05:03: Es lehrt uns unsere Gegenüber, unsere Partnerinnen in diese Unternehmungen gut aussehen zu lassen.

00:05:11: Oder auch nicht.

00:05:17: Es gibt eine Vokabular und eine Fundament in etwas, das wir als Menschen eh tun, so warum nicht lernen es besser zu machen.

00:05:28: Ja,

00:05:28: bin ich ganz deiner Meinung.

00:05:29: Und wo man das alles lernen kann, darauf kommen wir ja noch.

00:05:32: Aber sag mal, wie bist du eigentlich zur Improvisation gekommen?

00:05:36: Wieso

00:05:37: bist du eigentlich nach Österreich gekommen?

00:05:42: Ich habe angefangen zu improvisieren, bevor ich wusste, dass es Improvisation war.

00:05:48: Ich bin in der Highschool in der USA aufgewachsen und in meiner Highschool, wir haben eine sehr gute Theaterprogramm gehabt und wir haben nie improvisiert.

00:05:59: Das war nicht eine Theme.

00:06:01: Es war keine Improgruppe oder sowas.

00:06:03: Wir haben klassisches textbasierte Theater gemacht.

00:06:07: Aber ich habe es geliebt.

00:06:10: Gleich nach der Schule habe ich meine erste Production Company angefangen, wo wir Filme und Theaterproduktionen gemacht.

00:06:18: Und da war eine Theaterproduktion, das war drei kurze Geschichten.

00:06:22: in einem Abend gespielt und zwischen die zweite und die dritte war eine längere Umbauphase.

00:06:29: Und ich habe gesagt zu den Ensemble, okay, während diese gehen wir einfach auf die Bühne und wir nehmen die Zeitung von der Stadt, wo wir waren, auf und was auch immer die Schlagzeile ist, wir werden darüber irgendwas machen.

00:06:43: Also improvisieren.

00:06:44: Ich wusste aber nicht, dass das Impro

00:06:46: war.

00:06:47: Zum Beispiel, oder ich habe meine Gitarre auf der Straße gespielt und unter anderem hatte ich eine Schild, die sagte give me a subject and a style of music and I'll create a song for you.

00:06:58: Wusste nicht, dass das Impro war.

00:07:00: Ich habe eine Job bekommen in Boston, wo eine Haufen von Autoren haben eine Haufen von Schauspielerinnen genommen.

00:07:08: Die haben uns... Sitzivationen gegeben.

00:07:10: Wir haben diese Sitzivationen gespielt und die haben Notizen gemacht, um Stücke zu schreiben für Dinner Theaters und solche Sachen.

00:07:17: Wüsste

00:07:18: nicht, dass das Improvisation war.

00:07:20: Ich bin dann nach Österreich gekommen.

00:07:23: Weil?

00:07:25: Weil, der war eine Frau.

00:07:27: Natürlich.

00:07:28: Ich bin für die Liebe gekommen und für das Schnitzel geblieben.

00:07:32: Okay, das heißt, diese Frau gibt es nicht mehr in deinem

00:07:34: Leben.

00:07:34: Sie gibt die immer noch, aber nicht außer meiner Liebe.

00:07:39: Nach einem Jahr an meinem Geburtstag, sie hat mich verlassen.

00:07:42: Aber wie romantisch.

00:07:43: Ja, ja, furchtbar.

00:07:45: Ein Jahr danach ist sie darauf gekommen, das war die schlimmste Fehler ihr Leben und hat versucht mich zurück zu gewinnen.

00:07:51: Was hast du gesagt?

00:07:51: Es war so spät, natürlich.

00:07:53: dass ich die Situation nicht ausgenutzt habe.

00:07:56: Aber es war zu spät.

00:07:57: Ja, ja, ja.

00:07:58: Das coole daran ist, dass wir wieder Freunde geworden sind.

00:08:01: Und mittlerweile vor fünfzehn Jahren war ich die Trauzeuge bei ihrer Hochzeit.

00:08:06: Und ihr Mann ist eine sehr erfolgreiche deutsche Kälberatistin und Comedian und ich habe zweifend seine Programme der Regie gemacht und geschrieben.

00:08:13: Ja, na ja,

00:08:13: gut.

00:08:13: Also Happy End.

00:08:14: Super Happy End.

00:08:15: Ich meine, da gibt es viele Frauen dort draußen, mit denen ich nie wieder reden würde, aber das ist eine

00:08:19: andere Geschichte.

00:08:19: Von denen haben wir auch nicht gesprochen.

00:08:20: Eben.

00:08:21: Aber es war der Wege in dieser Frau.

00:08:24: Und dann bin ich nach Österreich gekommen wegen dieser Frau und habe eine Haufen von österreichische Schauspielerinnen getroffen und wir haben zu einer Art Schauspieler-Mukibude angefangen.

00:08:37: zwei, drei Mal Woche getroffen haben im neunten Bezirk, untereinander geholfen mit Dialogarbeit oder Monologe, Audition Material, und irgendjemand hat einen Buch von Keith Johnstone über Improvisation gehabt.

00:08:48: Und ich habe diese Buch gelesen und bin draufgekommen, holy shit.

00:08:51: Der schreibt über mich.

00:08:52: Ja, das ist etwas, das ich ständig gemacht habe, aber da gibt es Vokabular und da gibt es ganz gescheite Menschen, die jahrelang an das gedacht haben und gearbeitet haben.

00:09:00: Und das hat so eine ... In dieser Zeit habe ich zwei Theater-Komponien angefangen, das Urtheater und die English Lovers.

00:09:10: English

00:09:11: Lovers, da war noch eine Lehrerin von mir dabei, wo ist Cathy Tanner?

00:09:14: Cathy

00:09:15: Tanner, ja.

00:09:15: An dieser Stelle ganz liebe Grüße, falls ihr den Podcast hört.

00:09:18: Ah, Klassiker, die Cathy, ja, ja, ja.

00:09:20: Und es geht ja immer noch gut und wir sind jetzt achtundzwanzig Jahre zusammen.

00:09:24: Wahnsinn!

00:09:24: Wahnsinn, also zusammen

00:09:26: als Gruppe.

00:09:27: Also was mit deutschen Wörtern muss nur ein bisschen

00:09:29: aufpassen.

00:09:29: Versteht man das?

00:09:30: Versteht man das?

00:09:30: Als Englischlovers

00:09:32: sind wir... Versteht man der Gleichfalt als Englischlovers sind wir so lange zusammen.

00:09:35: Hey Baby,

00:09:36: you understand what you want to understand.

00:09:38: I do.

00:09:38: And how.

00:09:42: Guck, das war kurz ein Insider.

00:09:44: Du hast gerade die Englischlovers erwähnt.

00:09:47: Es ist ja nicht nur so, dass du nach wie vor Teil der Englischlovers bist und ihr auf Tour auch seid, zu sehen seid, wo man auch Wörter reinrufen kann, um dann zu sehen, was ihr daraus macht.

00:09:58: Sondern du hast ja auch, wie soll ich das nennen, eine eigene Klasse ins Leben gerufen, wo eigentlich jeder mitmachen kann.

00:10:05: Ja, ja, so, ich... verbringen viel Zeit und auf der ganzen Welt zu unterrichten bei Universitäten und so, verschiedene Veranstaltungen.

00:10:15: Aber in Wien, jetzt habe ich wieder eine öffentliche Klasse angefangen.

00:10:20: Es heißt Reactors Studio.

00:10:22: Und das ist angerichtet an meistens an Performerinnen.

00:10:27: Aber man muss nicht gar in den Performerinnen sein, man muss nur eine offene Herz und eine Willigkeit mitbringen.

00:10:34: Und da es ist... Es ist wirklich wiederum eine Muckibude für Performerinnen.

00:10:44: An einem Abend vielleicht arbeiten wir an Improvisationssachen.

00:10:49: An einer anderen Abend vielleicht arbeiten wir an Authentizit-Übungen.

00:10:54: Das

00:10:54: ist ja scheißwort, gell?

00:10:55: Ja, ich weiß.

00:10:57: An Authenticity.

00:10:59: Vielleicht an ein anderer Abend ist es eine Schreibabend.

00:11:03: Es ist, was auch immer ich Lust und Laune habe.

00:11:07: Aber was man dort machen kann, jedes Mal ist die Raps kriegen.

00:11:14: Das Chance, Sachen zu probieren.

00:11:17: To get inside mit eine gute Form.

00:11:20: To get those Muskeln besser trainiert.

00:11:24: coole Leute kennenzulernen, eine sehr schöne unterstützende Atmosphäre Sachen auszuprobieren.

00:11:33: Was zu lernen?

00:11:34: Weil du grad sagst ausprobieren, ich hab dich ja kontaktiert wegen dieser Sache, weil, also unter anderem deswegen, weil ich ja eine Anfrage bekommen habe, eine Moderation auf Englisch zu machen und das Ganze wäre in New York gewesen.

00:11:47: Und ich hab einfach Nein gesagt zu dieser Moderation, weil ich mir gedacht hab, in Amerika, wo Englisch die Nationalsprache ist, soll ich auch noch performen.

00:11:59: Für einen Kunden aus Niederlanden, wo darf ich das überhaupt sagen?

00:12:03: Auf jeden Fall habe ich dich gefragt, wie kann ich mein Englisch verbessern, außer die typischen Tricks, die ich gekannt habe.

00:12:11: Meine Lieblingssendung auf Englisch zu schauen oder Filme, die ich praktisch auswendig kenne, auf Englisch zu schauen.

00:12:18: Dann hast du mir den Tipp gegeben, englische Bücher zu lesen und speak out laut, also diese laut auszusprechen.

00:12:24: Und dann hast du mir eben diese Klasse auch empfohlen, was du gerade gesagt hast, um mich auszuprobieren.

00:12:31: Diese Klasse ist auf Englisch oder auf Deutsch?

00:12:34: Wie du

00:12:34: gerade magst.

00:12:35: Genau, weil da gibt es Leute, die beides sprechen, da gibt es Leute, die nur eine sprechen.

00:12:39: Du wirst immer eine Partnerin finden, die Übungen zu machen in die Sprache.

00:12:43: Und Leute, wenn es gar nicht mal geht, dann nehmt da Herr Martin Jim.

00:12:45: Mit dir geht es immer.

00:12:47: Genau.

00:12:48: Jim, sag noch kurz, weil wir haben nur noch dreißig Sekunden, so schnell geht es in dreizehn Minuten vorbei.

00:12:54: Warum sollte man Improvisation lernen oder machen?

00:12:58: Man sollte Improvisation lernen und machen, weil das Leben ist improvisiert.

00:13:04: Wir alle gehen rückwärts in die Zukunft.

00:13:07: Wir wissen nicht, wohin wir fahren.

00:13:09: Wir wissen nur, wo wir sind und wo wir waren.

00:13:12: Und wenn wir besser zuhören und mit unseren Mitspielerinnen spielen können, dann ist das Leben einfacher und vor allem viel geiler.

00:13:22: Also wenn das nicht On-Point ist, dann weiß ich auch nicht.

00:13:26: Vielen herzlichen Dank und weiterhin viel Erfolg in deinem improvisierten Leben.

00:13:30: Vielen herzlichen Dank, Jim Lee.

00:13:31: Danke dir.

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