Es ging alles so unfassbar schnell!

Shownotes

_"Es ging alles unfassbar schnell und ich hatte das Gefühl, selber mit allem, was mir gesagt wurde, nicht klar zu kommen…" _

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00:00:00: wie es in dieser Person wirklich aussieht, was in der Person vorgeht, das weiß man in dem Moment nicht selbst.

00:00:06: Nennen wir ihn doch einfach Hercules, denn Hercules hat eine wichtige Rolle in dieser Folge.

00:00:11: Dreizehn Minuten können verdammt kurz sein oder auch verdammt lang, wenn man nicht weiß, wie viel Zeit man hat.

00:00:27: Hallöchen zusammen und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von dreizehn Minuten.

00:00:32: Kein Filter, kein Bullshit.

00:00:34: Und ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, als ich den Podcast gestartet habe, dass so tiefgründige Themen gleich am Anfang starten mit Martin zweimal.

00:00:45: Danke nochmals Martin, dass du dabei warst.

00:00:48: Und die heutige Folge aus aktuellem Anlass.

00:00:53: Ich möchte diese Folge dem Thema Krebs widmen.

00:00:57: Unfassbar schweres Thema für mich, denn leider gab es bereits zwei Fälle in meiner Familie zu diesem Thema.

00:01:05: Auf der einen Seite, ich hatte euch in der ersten Folge erwähnt, dass ich ja nach Köln abgehoben bin, im Jahr und der Grund dafür war, dass mein Vater verstorben ist.

00:01:15: Und ja, jetzt kann man natürlich eins und eins zusammenzählen.

00:01:20: Er ist ein Krebs verstorben.

00:01:22: Und im Jahr und zwei Tausend einundzwanzig wurde dann Krebs bei meinem Bruder diagnostiziert.

00:01:31: Ich war damals auch bei ihm und war auch knapp.

00:01:37: War wirklich auch knapp.

00:01:40: Aber er hat es geschafft.

00:01:41: Das möchte ich gleich mal vorwegnehmen.

00:01:42: Er hat es geschafft.

00:01:43: Er ist wieder das blühende Leben.

00:01:45: Er ist nicht wieder.

00:01:47: Er ist ein neues blühendes Leben und das freut mich sehr.

00:01:51: Mein Kämpferherz.

00:01:52: Nennen wir ihn doch einfach Hercules.

00:01:54: Denn Hercules hat eine wichtige Rolle in dieser Folge.

00:02:00: Als Hercules erkrankt war, war für mich sofort klar, dass ich für ihn da sein will.

00:02:06: Und bin dann, da ja meine Familie in der Schweiz lebt, gleich nach... Also in die Schweiz, nach Schweiz, in die Schweiz gefahren, um ihm beizustehen, zu schauen, ob ich ihm überhaupt beistehen kann oder ob es nicht vielleicht einfach nur reicht, dass ich da bin.

00:02:23: Ich habe ihn eigentlich nie gefragt, ob er möchte, dass ich da bin, aber ich habe es damals so gespürt, dass er möchte, dass ich dabei bin und habe ihn teilweise auch ins Krankenhaus gefahren.

00:02:39: zu chemo denn er musste chemo durchmachen was ziemlich scheiße war mit anzuschauen.

00:02:45: aber ich konnte mir damals nicht vorstellen wie sich das für ihn selbst anfühlt

00:02:51: der das ja

00:02:52: eigentlich alleine durchmachen muss weil man kann schon mit fühlen wenn ein familienmitglied im freundeskreis wo auch immer ein krebspatient unterwegs ist.

00:03:08: Aber wie es in dieser Person wirklich aussieht, was in der Person vorgeht und worüber sie nachdenkt, diese Person, das weiß man in dem Moment nicht selbst.

00:03:22: Und das ist jetzt gerade ein Punkt, den ich, also zwei Sachen an dem Punkt, die ich sagen möchte.

00:03:31: Auf der einen Seite ist es, wenn ihr nicht wisst, wie mit dieser Person umzugehen, dann fragt diese Person.

00:03:40: Bevor ihr unüberlegt irgendwas tut, was möglicherweise dann komplett in die andere Richtung geht als die, die gemeint war, weil nur weil es gut gemeint ist, heißt es nicht, dass es das Richtige ist oder dass es der Person gut tut.

00:03:57: Also fragt lieber nach, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

00:04:02: Und das andere ist, falls du gerade durch so eine Zeit gehst, dann wünsche ich dir ganz viel Kraft.

00:04:14: Und da kommen wir jetzt nun zu einem Punkt,

00:04:18: warum ich mich in letzter Zeit etwas rar gemacht

00:04:23: habe.

00:04:24: Denn der Krebs hat in unserer Familie das dritte Mal zugeschlagen

00:04:29: und dieses Mal hat es mich getroffen.

00:04:32: Ich habe letzte Woche erfahren, dass ich Krebs habe und da ja mein Podcast kein Filter, kein Bullshit heißt, habe ich mich entschieden auch in dieser Folge darüber zu reden.

00:04:48: Vielleicht ist es auch eine Therapieform, aber ja, ich habe Krebs.

00:04:57: Nicht lustig, macht doch wirklich überhaupt keinen Spaß.

00:05:01: In dieser einen Woche wurden zahlreiche Untersuchungen gemacht.

00:05:06: Mir wurde mehrfach Blut abgenommen.

00:05:08: Also wenn jemand meine Arme sehen würde, würde er wahrscheinlich glauben, ich bin ein Junkie.

00:05:13: Bin ich nicht.

00:05:15: Und aus jetziger Sicht weiß ich noch nicht, wie es weitergeht.

00:05:18: Es müssen noch weitere Untersuchungen gemacht werden.

00:05:21: Das dauert aber, bis

00:05:24: diese gemacht werden können.

00:05:26: Also dauert.

00:05:27: Es sind zwölf Tage, die ich warten muss aus jetziger Sicht.

00:05:32: Ja, und ich wollte einfach mal mitgeben, was in mir vorgeht.

00:05:36: Und möglicherweise geht das auch in anderen Krebspatienten vor.

00:05:47: Also zuerst mal ist es ein Schock.

00:05:50: Ich wollte es am Anfang natürlich nicht wahrhaben.

00:05:53: Wer möchte sowas schon wahrhaben?

00:05:56: Ich habe sehr viel geweint.

00:05:59: Ich war wütend.

00:06:00: Ich war sauer.

00:06:01: Auf wen oder was weiß

00:06:02: ich selber

00:06:03: nicht.

00:06:04: Habe mich natürlich gefragt, warum ich.

00:06:09: Ja, wie ging es mir sonst noch?

00:06:10: Eine Achterbahn der Gefühle.

00:06:13: Es war auf

00:06:14: der einen Seite war es

00:06:15: ein... Können wir das schaffen?

00:06:17: Ja, wir schaffen das.

00:06:19: Und

00:06:19: auf der anderen Seite,

00:06:21: wofür

00:06:21: eigentlich kämpfen, es lohnt sich eh nicht.

00:06:23: Also ein ewiges Auf und Ab.

00:06:28: Ja,

00:06:29: es ist alles noch irgendwie surreal,

00:06:31: aber es ist jetzt nun mal so, es müssen noch weitere Tests gemacht werden und ich hoffe, dass er operabel ist.

00:06:37: Das ist eigentlich der ausschlaggebende Faktor, der jetzt noch fehlt für die weiteren Behandlungen.

00:06:43: Eine Untersuchung muss noch gemacht werden.

00:06:46: um herauszufinden, ob

00:06:48: der Krebs rausgeschnitten werden kann.

00:06:51: Wenn ja, werden einige Sachen entfernt, also nicht nur der Krebs, sondern auch gutartiges Gewebe, weil anscheinend bei Krebs, wenn operabel ist, nicht nur der Krebs selber, also der bösartige Tumor entfernt werden, sondern auch

00:07:09: gesundes

00:07:09: Gewebe mit rausgenommen werden, damit sichergestellt werden kann, dass alles... erwischt wurde, wenn ich das so banal sagen darf.

00:07:20: Ja, es kommt auch noch auf die Größe des Krebses an.

00:07:23: Im Moment hat da eine Größe,

00:07:25: die operabel wäre, aber es fehlt noch

00:07:28: eine Untersuchung,

00:07:29: um dann zu schauen,

00:07:29: ob eine Operation überhaupt

00:07:31: möglich ist.

00:07:33: Wenn dies nicht der Fall ist, dann geht es in Richtung Chemo, also wahrscheinlich sogar Chemo und Bestrahlung.

00:07:45: Und ich habe auf beide Sachen genau überhaupt keinen Bock.

00:07:49: So richtig, genau gar nicht.

00:07:53: Sollte er operabel sein, dann

00:07:56: freue ich mich, soweit ich mich in dieser Situation freuen kann.

00:08:00: Ich habe auch schon nachgefragt, gegen den Schnitt, wie,

00:08:05: wo, was.

00:08:07: Ja, es kommt

00:08:09: auf die nächste Untersuchung an, auch wie groß der Schnitt dann wäre.

00:08:13: Aber eins verspreche ich euch, dass wir die schönsten

00:08:16: habe der Welt.

00:08:22: Ja, es ist immer noch nicht leicht darüber zu reden, aber ich habe mich entschieden, das zu tun, weil wenn ich schon rede von kein Filter und kein Bullshit, dann sollte ich auch kein Bullshit jetzt daherreden wie, oh ja, es ist alles so toll und alles so schön.

00:08:42: in dieser Fake-Welt tun wir das eh schon viel zu oft.

00:08:47: Also ich halt Teilharm und wissen, wie es mir geht.

00:08:53: Jetzt hatte ich gerne jemanden da, der mir ein paar Fragen stellt, weil dieses Thema ist echt nicht einfach, einfach so zu erzählen.

00:09:01: Ja, wichtig.

00:09:02: Auch aus meiner Sicht ist es auch wichtig zu respektieren, dass in dem Fall ich jetzt, aber ich könnte mir vorstellen, dass das mehrere Betroffene so sehen.

00:09:18: Ich bin jetzt gerade nicht, oder vielleicht doch, aber weiterhin dann mit einem gesunden Ausmaß egoistisch, weil ich brauche jetzt meine Kraft für mich.

00:09:30: Ich brauche jetzt den Fokus bei mir.

00:09:33: Und ich finde es wunderschön von den Leuten, die wissen, was los ist vor dem... Bevor sie diese Folge gehört haben, die schon wussten, was los ist, waren ganz wenige.

00:09:49: Die meisten haben richtig reagiert und haben einfach gesagt, sie sind für mich da.

00:09:53: Wenn ich was brauche und wenn ich reden möchte, werden sie mir zuhören.

00:09:57: Oder wenn wir schweigen wollen, sind sie auch dabei.

00:10:08: Und das

00:10:09: ist absolut

00:10:10: der richtige Weg.

00:10:11: Das kann ich nur unterschreiben.

00:10:13: irgendwelche Aktivitäten oder sonstige Dinge vorzuschlagen.

00:10:21: Für mich im Moment ist es wahrscheinlich auch individuell, für mich im Moment weder vorstellbar noch machbar, weil es ist wirklich, es ist von Sekunde zu Sekunde, es ist anders.

00:10:35: In der einen Sekunde ist es, ja, jetzt ist es halt so ganz pragmatisch, jetzt ist es halt so, das Teil wird rauskommen und gut ist.

00:10:43: Und dann ist wir,

00:10:46: oh Gott, werde ich das

00:10:47: wirklich schaffen?

00:10:48: Und wenn ja, wie und wie lange fall ich auch arbeitsmäßig aus?

00:10:52: Weil in dem Zustand kann ich natürlich auch nicht arbeiten.

00:10:55: Und als Selbstständige brauche ich nicht zu betonen, was das bedeutet.

00:11:00: Aber auch da habe ich tolle Unterstützung.

00:11:05: Aber

00:11:06: es ist wirklich eine Achterbahn.

00:11:10: Ich weiß jetzt auch gerade gar nicht, ob diese Folge irgendeinen Sinn macht, diese dreizehn Minuten, aber ich wollte es mir einfach mal von der Seele

00:11:19: labern.

00:11:20: und

00:11:22: dreizehn Minuten können verdammt kurz sein oder auch verdammt lang, wenn man nicht weiß, wie viel Zeit man hat.

00:11:33: Und ja, was ich euch an dieser Stelle noch mitgeben möchte, ist verurteilt niemanden voreilig.

00:11:42: Ihr habt möglicherweise überhaupt keine Ahnung, welchen Kampf diese Person kämpft.

00:11:53: Und selbst wenn man Angehöriger ist, wir werden nie wissen, wie es in der Person aussieht, die dieses Schicksal mit sich herumträgt.

00:12:05: Also bitte verurteilt niemanden voreilig.

00:12:10: Und ansonsten meine absolute Empfehlung geht zur Vorsorge, früher Kennung ist wichtig, da kann auch besser gehandelt werden als in einem späteren Stadium.

00:12:22: Und mein Bruder, also der Herkules, wie wir ihn in dieser Folge nennen, der er selber diese Scheiße durchgemacht hat.

00:12:35: Als ich ihn angerufen habe, um ihm das zu sagen, waren seine ersten Worte und die helfen wir gerade auch.

00:12:42: durch diese ganze Zeit und ich habe sie mir auch auf den Unterarm mit Edding schreiben lassen, damit ich es nie vergesse daran zu denken.

00:12:50: Er hat nämlich einfach gesagt, cool bleiben.

00:12:55: Und das hilft extrem, weil es macht alles andere überhaupt keinen Sinn.

00:13:00: Also schön, cool bleiben.

00:13:03: Und ja, danke, dass ihr mir zugehört habt.

00:13:08: Ich freue mich jetzt schon auf eine positive, weitere Folge von dreizehn Minuten.

00:13:15: Kein Filter, kein Bullshit.

00:13:18: Und danke, dass ihr da seid.

00:13:20: Ich wünsche euch alles, alles erdenklich.

00:13:22: Gute.

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