Was bleibt, wenn die Show vorbei ist?

Shownotes

Markus Neugebauer, Musicaldarsteller, Sänger, Frontmann von Freiraum 5 und Coach für Führungskräfte, im Gespräch mit Rozalija Gregurek über „das Wesentliche“ wie Markus es nennt.

Markus erzählt, warum es für ihn beim Musical um weit mehr als Unterhaltung geht, weshalb Kunst Menschen wieder mit ihren eigenen Gefühlen verbinden kann und warum gerade im Alltag und im Business oft so wenig Platz für Emotionen bleibt.

Eine Folge über Scheinwelten und echte Gefühle, über Führung und innere Rollen, über Familie, Bühne und die Frage, was uns als Menschen wirklich berührt.


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00:00:00: das Wesentliche von diesem Beruf ist, dass wir Menschen wieder in ihre eigene Gefühlswelt bringen können.

00:00:06: Ich glaube nicht, dass sie ihn nicht können sondern glauben nicht zu dürfen.

00:00:10: um in dieser Blase zu bleiben!

00:00:13: Was

00:00:15: ist denn wesentlich für dich?

00:00:26: Dreizehn Minuten kein Filter, keinen Bullshit und ich habe heute wieder einen Podcast-Gast an meiner Seite.

00:00:33: Und diesen Podcast- Gast kenne ich schon eigentlich mein halbes Leben lang.

00:00:37: wenn man es so ausspricht ist das richtig org was er beruflich macht und wer er ist soll er doch selber über sich erzählen denn er ist so maligfaltig tätig dass ich das gar nicht in einen Satz bringe.

00:00:49: herzlich willkommen Markus Norgebauer.

00:00:51: Hallo, danke für die Erhinderung.

00:00:52: Von Herzen gerne!

00:00:53: Das

00:00:54: ist ein echt schwieriges Wort.

00:00:58: Podcast Gast?

00:00:59: Ja

00:00:59: genau.

00:01:00: Inzwischen kann ich's.

00:01:01: So nach ein paar Folgen inzwischen gehts, aber am Anfang ging es mir auch so.

00:01:04: Podcast-Gast?

00:01:05: Podcast...

00:01:06: Gut, wir üben das noch!

00:01:09: Aber in einer anderen Folge.

00:01:10: Ich hab gerade schon angesprochen dass du manikfaltig tätig bist weil man kennt dich als Frontman von Freiraum V. Leider seid ihr ja noch und holt.

00:01:19: vielleicht kommt da ja wieder was.

00:01:21: Das werde ich rausfinden in diesen dreizehn Minuten.

00:01:23: Und dann bis auf Musical Star Gerade erst zurück von einer Tour Deutschland, wenn ich richtig informiert bin.

00:01:30: Deutschland-Schweiz

00:01:31: war auch dabei sehr cool.

00:01:33: Hauptschwiz?

00:01:34: Ja du warst nämlich im Abenteuerland und bist aber auch als Coach tätig.

00:01:39: Du sagst Führungskräften wo der Frau Stilocken trägt überhaupt und sowieso erzähl doch mal selber wer bist du was machst du und worüber möchtest du gerne heute sprechen?

00:01:50: gut ich fange von hinten an worüber ich gerne sprechen möchte um das wesentliche.

00:01:58: Ich glaube, das ist immer so schön.

00:01:59: Weil ich merke, dass wir in einer Zeit leben wo sehr viele Smalltalken um den heißen Brei herumreden aber nie zum Punkt kommen.

00:02:10: und ich würde gern was Wesentliches besprechen mit dir.

00:02:14: Was ist denn wesentlich für dich?

00:02:16: Na alles was es mit einem Wesen zu tun hat also mit dem Wesen der Musik zb oder mit dem wesen der Arbeit oder mit diesem Wesen des Sinns Oder das Menschseins.

00:02:27: Gut, vielleicht ist da nicht so viel Zeit dafür?

00:02:28: Ich fange mal an mit den anderen Fragen.

00:02:31: Wobei die kann man googeln.

00:02:33: Stimmt eigentlich!

00:02:33: Oder

00:02:34: er YouTube oder er Facebooken, er Instagrammen, er ONLY-Fanen...

00:02:38: Nein!

00:02:39: Da nicht okay.

00:02:40: Warum

00:02:40: eigentlich

00:02:40: nicht?!

00:02:41: Ja darüber reden wir dann in einer anderen

00:02:43: Folge.

00:02:45: Oh, die Fans kennen keinen Alter.

00:02:46: Egal!

00:02:48: Das Wesentliche... das wesentliche.

00:02:51: Ich finde einen schönen Ansatz daran hätte ich jetzt nicht gedacht mit dir drüber zu reden aber sehr gerne und bitte ungeschminkt.

00:02:57: in einer Welt von Musicals und Bühnen ist ja sehr vieles geschminkts Aber lass uns doch über die ungeschminkte Wahrheit und ohne Bullshit drüberreden

00:03:10: Gerne.

00:03:12: Also ich finde, weil du jetzt die geschminkte Musical-Welt angesprochen hast.

00:03:19: Ich finde das so schade, weil... ...ich kenne so viele Kollegen und Kolleginnen, die ein tiefes Herz haben und so viel zu sagen haben aber es nicht können, weil diese Musical Welt halt eine Blase ist wo es um Glanz und Glamour geht.

00:03:41: Ich glaube nicht nur, dass sie nicht können, sondern glauben nicht zu dürfen um in dieser Blase zu bleiben.

00:03:51: Ja genau das glaub ich auch ja.

00:03:54: Das stimmt.

00:03:55: Weil ich kenne doch auch den einen oder die anderen und wenn das mal unter vier Augen ist schaut die Welt ein bisschen anders aus?

00:04:04: Ja das stimmt!

00:04:06: Aber ich merke auch da bei ganz vielen meiner Kollegen und Kolleginnen, also unseren.

00:04:11: Du bist ja auch eine Kollegin, dass wir nach all den Jahren ... Ich mach das jetzt schon seit der ... ... zwanzig Jahre ... Boah!

00:04:26: Ich bin noch nicht so alt.

00:04:27: Ich bin doch jetzt ... Zwanzig.

00:04:29: Wie geht's?

00:04:29: Willkommen in der Realität.

00:04:30: Wahnsinn.

00:04:31: Ungeschminkt.

00:04:35: Merk' ich... Nach dieser Zeit, vor allem die Kollegen und Kolleginnen, die schon lange und nur das machen.

00:04:45: Sie wollen etwas Wesenliches, es muss um was gehen!

00:04:49: Weil in diesem Musical-Welt geht's halt sehr viel um eine Scheinwelt.

00:04:55: Ja?

00:04:55: Ich meine dafür werden wir auch bezahlt dass wir so tun als ob...

00:05:00: Nee ich spiel dir auch Rollen.

00:05:01: Genau ich spiele

00:05:03: nicht euch selbst.

00:05:06: Nein, außer es ist ein Abend mit Markus Neugebauer.

00:05:08: Da spielst du keine Rolle da bist du und singst Lieder.

00:05:13: Wir spielen immer Rollen.

00:05:14: also das ist ja auch nur kurz übergreifend in meinem Coaching-Programm.

00:05:21: Ich habe so einen Coachingprogramm entwickelt wo's um die innere Rollenerbeit geht vor allem mit Führungskräften, da geht es darum dass du die Rolle der Führungskraft wirklich konstruierst.

00:05:34: Also designt, erschaffst quasi und dann lernst zu verkörpern.

00:05:40: Und dadurch halt auf deine beruflichen Bühne, die du hast, brillieren kannst.

00:05:45: So wie wir das auch in der Musical- oder Schauspielwelt machen.

00:05:49: Wir haben eine Rolle Die inkarnieren wir quasi auf die Bühne.

00:05:58: Und das ist natürlich, dass da nicht so viel Zeit und so viel Raum um da in die Tiefe zu gehen habe.

00:06:02: ich merke bei den Kollegen und Kolleginnen, die es schon viele Jahre machen mich inklusive, dass irgendwann mal das Bedürfnis da ist etwas Wesentliches zu machen.

00:06:12: Da machen viele Konzerte mit eigenen Songs zum Beispiel oder Podcasts oder dergleichen.

00:06:24: den Menschen da draußen auch ein bisschen zeigen, das ist wirklich nur Show.

00:06:31: Das ist Show-Business.

00:06:34: Namensprogramm?

00:06:35: Und es gibt aber trotzdem etwas... Die Berechtigung dahinter ist nicht dass wir unterhalten sondern dass wir interagieren dass wir Menschen berühren.

00:06:47: Und man kann nur berühren, es muss ja vom Herzen kommen was aufs Herz zielt oder was das Herz berührt.

00:06:54: Es muss vom Herz kommen, hat glaube ich irgendein... Hat das Goethe gesagt?

00:06:59: Oder Shakespeare?

00:07:00: Wir sagen mal Shakespeare hat's gesagt.

00:07:01: Klingt toll!

00:07:02: Ja, nur wegen gescheit.

00:07:05: Ich habe sie jetzt auf Deutsch übersetzt.

00:07:06: Spontan wie ich bin.

00:07:07: Natürlich.

00:07:08: Also es muss vom herzen kommen und er ist von Goetha.

00:07:10: Das war tatsächlich Goethea Gurgelsmal und schreibt es in die Kommentare.

00:07:17: Goethe hat gesagt, einstellen!

00:07:19: Vielleicht muss man das einstellen?

00:07:21: Es war Goethey.

00:07:23: Jemand

00:07:23: hat mal gesagt.

00:07:25: Es muss vom Herzen kommen was das Herz berühren soll und ich glaube dass ist auch das... Die Berechtigung für uns darstellende Künstler finde ich, dass wir unseren Beruf auch erfüllen wenn wir Menschen berühren und mitnehmen.

00:07:43: Und du meinst nicht touchy-touchy, sondern du meinest emotional?

00:07:46: Emotional berühren, genau!

00:07:48: Sie quasi wieder erinnern... Ich meine der Mensch, der nichts mit Musik oder mit Schauspiel zu tun hat ist ja nicht in einer Gefühlswelt gefangen die ganze Zeit.

00:08:00: Wir sind es schon weil das unsere Arbeit ist.

00:08:02: Also meine Arbeit ist ja auf der Bühne zu stehen Gefühle spüren zu spülen und die nach außen zu bringen.

00:08:08: Emotionen zu transportieren?

00:08:10: Genau,

00:08:10: Emotonen zu transportiert, glaub aufzumachen.

00:08:13: Sodass Sie beim anderen auch wieder durch die Spiegelnerone Emotion auslösen Und sie sich berührt fühlen und sie sich selber an ihre eigene Verletzungen und Schmerzen und Situationen denen sie Schmerze empfunden haben.

00:08:28: oder auch Freude ist

00:08:29: ja nicht der

00:08:30: Negatives

00:08:31: Ja ich finde trotzdem schmerz ist immer so das schönere finde Geht

00:08:36: tiefer

00:08:37: rein.

00:08:38: Und vor allem jeder und das meine ich ja, der Mensch, der da draußen seine Arbeit jeden Tag erfüllt und macht und versucht sein Leben so gut wie möglich zu leben und seine Familie zu versorgen usw.

00:08:53: Der hat halt nicht so die Zeit oder das Bewusstsein oft.

00:08:57: Ich habe da Gefühle, die ich mir nicht erlaube zu fühlen Schauspielstück oder eine Musicale.

00:09:07: Und deswegen ist Musik auch so geil, weil du kannst dich da auf allen Szenen halt irgendwie oder vielen Szenern halt bewegen lassen von der Musik.

00:09:18: die Musik bewegt mal bringt dich mal vom Haus aus in einen anderen Zustand als du jeden Tag bist um dein Alltag zu bewältigen.

00:09:27: und dann sind aber noch Menschen die leiden auf der Bühne die Leidenschaft.

00:09:34: Und diese Leidenschaft überträgt sich dann, wenn wir es gut machen auf das Publikum und dann leiden sie Mitte uns.

00:09:41: Das habe ich so schön erlebt.

00:09:43: jetzt das letzte Stück, dass ich gespielt hab war Abenteuerland wie du es schon erwähnt hast von der richtig erfolgreichen großen Band PUR die man in Österreich nicht so kennt aber in Deutschland kennt die jeder.

00:09:57: Die sind riesig großen Arena auf Schalke vor sechzig tausend Leuten letztes Jahr singen dürfen.

00:10:10: Es war unglaublich!

00:10:12: Auf jeden Fall, das Stück ist wirklich so ein schönes Stück aus dem Alltag.

00:10:17: da geht es um die Familie Schirmer.

00:10:19: ich habe den Robert gespielt, den Vater und es geht um eine Beziehungskrise und Familienkrise wo die Familie auseinander zu brechen droht oder sie auch bricht auseinander.

00:10:31: Wir haben danach Spenden gesammelt für Kinder in Not und sind dann immer wieder im Auditorium rumgegangen nach der Vorstellung.

00:10:45: Die Leute sind mit Tränen in den Augen zu uns hergekommen, zu mir hergekommen und haben sich bedankt dafür.

00:10:54: Viele haben gesagt ich habe mich da so... In den Robert habe ich mich so wiedererkannt.

00:11:00: Weißt du?

00:11:00: Und deswegen, das Wesentliche von diesem Beruf Musical-Darsteller ist dass wir Menschen in ihre eigene Gefühlswelt bringen können.

00:11:14: Wo sie auch sein darf weil ich glaube oftmals ist es so dass Menschen wenn ich das so pauschal sagen darf hauptsächlich Männer ihre Gefühle nicht zulassen im Business weil dort Darf es nicht sein?

00:11:25: Ja, es gibt auch tatsächlich im Alltag keinen Platz.

00:11:29: Es gibt doch in vielen Beziehungen – das weiß ich durch die Coachings und durch die Seminarer & Retreats, die ich mache – es gibt dort auch keinen Platz für Gefühle.

00:11:40: Aber es ist eben nur geglaubt!

00:11:42: Ja ja richtig, aber das ist der geglaubte Glaube den die Menschen halt als Realität oder viele Menschen als Realitätsansehen.

00:11:51: Und es ist wirklich so, dass ich jetzt auch eine Familie habe und merke im Alltag, wenn ich als Mann während meiner Kinder emotional sind und Probleme da sind meine eigenen Emotionen auch noch ins Spiel bringen.

00:12:15: dann gibt es einen riesen Chaos.

00:12:17: Das heißt, es gibt schon berechtigt ab und zu mal zu sagen so jetzt muss der Ratio ran.

00:12:22: Jetzt musste Verstand die Dinge klären So du gehst jetzt ins Zimmer Und was auch immer.

00:12:30: Also das ist wirklich nicht so leicht.

00:12:32: in einer Welt wo wir alle funktionieren müssen müssen unter Anführungszeichen Glauben

00:12:36: zu müssen?

00:12:36: Glaubem

00:12:37: zu müssen.

00:12:37: richtig Ist es schon schwierig Die eigene Gefühlswelt mitzunehmen.

00:12:45: Und deswegen sehe ich mein Bühnen da sein, also ob es jetzt ein Musical ist oder ob's in meinen Konzerten, die ich mache, sehe ich das als meinen Sinn, den mir mitgegeben worden ist, dass sich Menschen wieder ins Fühlen bringen, dass sie sich wieder gespieren und sich wieder fühlen und dann vielleicht auch erkennen durch dieses Füllen, wie es ihnen geht.

00:13:17: Und was für ein Wesen sie sind?

00:13:19: Genau!

00:13:20: Du hast wirklich Punktlandung geschafft diese dreizehn Minuten mit wundervollen wesentlichen Informationen zu füllen.

00:13:30: aber eine wichtige Frage die muss ich jetzt einfach noch mitnehmen oder du kommst nochmal wie du möchtest.

00:13:36: Was ist mit Freiraum V?

00:13:39: Ich komme gerne noch mal.

00:13:41: Alles klar, das waren Sie wieder!

00:13:43: Die dreizehn Minuten kein Filter, keinen Bullshit mit Markus Neugebauer.

00:13:47: Danke, dass du da warst.

00:13:48: Danke für die Einladung.

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